Beratungsverständnis2018-11-09T15:48:35+00:00

Beratungsverständnis

Definiert man Online-Beratung als alternatives Setting, eröffnet sich Ratsuchenden die Wahl, auf welchem Weg (örtlich/mündlich versus virtuell/schriftlich) sie psychosoziale Beratungsleistungen in Anspruch nehmen wollen. Die nach dem „Ankommen“ der Ratsuchenden beginnende Beratung orientiert sich – wie auch jetzt schon – am Beratungsverständnis (Wert- und Zielorientierung) der zum Einsatz kommenden Schulmethode(n).

Bei der Definition der Online-Beratung (Zur Definition Online-Beratung) wurde darauf hingewiesen, dass online auf Basis aller Schulmethoden beraten werden kann. Weshalb die von den zuständigen Fachverbänden veröffentlichten Wert- und Zielorientierungen auch für die Online-Beratung Gültigkeit besitzen.

Soweit Anpassungen bestehender Richtlinien und Standards an die schriftliche Kommunikation erforderlich sind, bietet die DGOB den Fachverbänden ihre Expertise an. Anpassungen sind immer dort vonnöten, wo sich das Beratungsverständnis prototypisch an mündlicher Kommunikation orientiert.

Aus Sicht der DGOB entspricht es einem professionellen Selbstverständnis, Online-Beratung nur dann anzubieten, wenn die dazu notwendigen Kenntnisse und Kompetenzen durch einschlägige Fort- und Weiterbildungen erworben wurden.

Ein adäquates Verständnis von Online-Beratung erkennt an,  dass die Entscheidung, in welchem Medium (schriftlich oder mündlich) sie beraten werden wollen, in der Hoheit der Ratsuchenden liegt.

Onlineberatung ist ein alternatives, eigenständiges, der f2f-Beratung gleichwertiges Beratungssetting, sofern die medialen Bedingungen dieser Beratungsform beachtet und Beratungsprozesse entlang dieser Bedingungen ausgerichtet werden – jeweils unter Einhaltung fachlicher und technisch-organisatorischer Maßnahmen (TOM).

Beratende Kommunikation kann offline wie online als bevormundend oder auf andere Art als unangenehm erlebt werden. Aus Sicht der DGOB setzt Online-Beratung daher die Bereitschaft zur kontinuierlichen Selbstreflexion voraussetzt, insbesondere gegenüber persönlichen Eigenarten bei der Anwendung von Sprache. Problematische Anteile können bei der Erstellung von Texten deutlich zu Tage treten und bieten einen bevorzugten Einsatz zur Selbstreflexion des eigenen Beratungsstils. Online-Berater*innen, die im Sinne dieses Beratungsverständnisses beraten, arbeiten fehleroffen, d.h. sie sind in der Lage, sich mit den Ratsuchenden auf eine Metakommunikation über die Art und Weise der angebotenen Hilfestellung und der sprachlichen Darbietung dieser einzulassen.

Den vollständigen Text können Sie hier downloaden: Vorstandsmaterialien